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LiNa-Projekt: Gemeinschaftlich wohnen in Haltern am See

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Hier kennt man sich beim Namen. Von Jacqueline De Cillia

Wer das Gelände der Wohnanlage LiNa in Haltern betritt, spürt sofort: Hier geht es nicht nur ums Wohnen – hier geht es ums Miteinander. Die Genossenschaft hat einen Ort geschaffen, an dem Menschen ab 55 gemeinsam ihren Alltag gestalten – jeder in seiner eigenen Wohnung, aber nie allein.

Leben in Gemeinschaft

Es ist ein Haus voller Leben. In den Fluren grüßt man sich beim Namen, im Gemeinschaftsraum wird gespielt, gekocht oder einfach nur erzählt. Einmal in der Woche treffen sich die Bewohnerinnen und Bewohner zum Spielenachmittag mit Kaffee und Kuchen, samstags geht es zum gemütlichen Boulen, ebenfalls mit Kaffeetrinken. Und wenn die Jahreszeit passt, wird spontan der Grill angeworfen oder Zwiebelkuchen mit Federweißem aufgetischt.

So entstehen Begegnungen, die in vielen Städten längst selten geworden sind. Auch gemeinsame Unternehmungen außerhalb des Hauses finden regelmäßig statt.

Einladend und grün: Der Gartenbereich des LiNa – Projekts lädt zu Begegnungen und gemeinsamen Stunden ein. Foto: JDC

Durchdacht wohnen

Wer hier lebt, genießt nicht nur die Gemeinschaft, sondern auch durchdachte Wohnmöglichkeiten. Jede Wohnung ist barrierefrei gestaltet, der Fahrstuhl groß genug, um im Notfall sogar eine Liege zu transportieren. Wer Besuch erwartet, kann für ein kleines Geld ein zusätzliches Gästezimmer mit eigenem Bad mieten – eine Lösung, die Familienfeiern oder Geburtstage im Gemeinschaftsraum noch unkomplizierter macht.

Auch an die Natur wurde gedacht: Das Gebäude ist als ökologisches Passivhaus konzipiert. Die Solaranlagen auf dem Dach liefern Strom und Wärme, die allen zugutekommt. So bleibt das Wohnen nicht nur bezahlbar, sondern auch nachhaltig.

Begegnungen im Garten

Das Herzstück ist der Garten mit dem öffentlich zugänglichen Mehrgenerationenplatz. Hier dürfen Kinder und Erwachsene durch das kleine Gartentörchen hineinspazieren und sich an einer Kiste voller Spielsachen bedienen. Gemeinsam kann man Boule, Federball, Mühle und anderes mehr spielen.

Zwar gibt es bisher nur wenige Geräte, doch die Einladung ist klar: Jeder darf diesen Ort nutzen. Es ist ein Platz für Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten – von jung bis alt.

Miteinander statt nebeneinander

Das Besondere an LiNa ist, dass hier nicht nur Menschen mit dicker Pension wohnen, sondern auch viele, die Unterstützung brauchen. Dank geförderter Wohnungen ist es möglich, ein Zuhause zu finden, das bezahlbar bleibt.

Und mehr als das: Es ist ein Zuhause, in dem Nachbarschaft mehr bedeutet als ein „Hallo“ im Treppenhaus. Hier hilft man sich gegenseitig, teilt sich Aufgaben und achtet aufeinander.

Ein Projekt mit Herz und Engagement

Die Entstehung dieser Gemeinschaft war kein leichter Weg. Viele Jahre haben engagierte Menschen dafür gekämpft, dass aus einer Idee Wirklichkeit wird. Doch die Mühe hat sich gelohnt: Heute ist LiNa ein Ort, an dem Vertrauen, Nähe und gegenseitige Unterstützung selbstverständlich sind.

Vielleicht regt dieses Projekt auch andere dazu an, über ähnliche Wohnformen nachzudenken. Denn LiNa zeigt, dass gemeinsames Wohnen im Alter nicht nur praktisch ist – es macht das Leben reicher, wärmer und menschlicher.

Einladend und grün: Der Gartenbereich des LiNa-Projekts lädt zu Begegnungen und gemeinsamen Stunden ein.

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