StartLokallust HalternAusgabe MaiLaut gegen Krebs: „Riffs against Cancer"

Laut gegen Krebs: „Riffs against Cancer“

Es gibt Ideen, die mitten ins Herz treffen. „Riffs Against Cancer“ gehört definitiv dazu. Am 13. Juni verwandelt sich die Freibadwiese am Aquarell in Haltern am See in ein Rockfestival mit klarer Botschaft: laut sein gegen Krebs und gemeinsam feiern für den guten Zweck. Hinter dem Benefizfestival steckt federführend Stephanie Lukat aus Haltern am See. Und ihre Geschichte beginnt mit einer Diagnose, die ihr Leben verändert hat.

Anfang 2025 erkrankte Stephanie Lukat selbst an Brustkrebs. Auf die erste Schockstarre folgten Untersuchungen, Therapien, Unsicherheit – und irgendwann der Gedanke, aktiv etwas dagegenzusetzen. „Ich musste irgendwas machen, um mich von dieser ganzen Geschichte abzulenken“, erzählt sie im Interview.

Statt sich komplett von der Krankheit vereinnahmen zu lassen, setzte sie sich an den Laptop und begann, ein Festival-Konzept zu schreiben. Dass daraus einmal ein ganztägiges Open-Air mit elf Bands, zwei Bühnen und mehreren hundert Besuchern werden könnte, war damals noch nicht abzusehen.

Musik als Kraftquelle

Musik spielte im Leben von Stephanie Lukat zwar immer eine Rolle – vor allem gitarrenlastige Rockmusik. Erfahrungen mit Festivalorganisation hatte sie dagegen praktisch keine. „Das ist tatsächlich das erste Mal gewesen, dass ich sowas organisiert habe“, erzählt Lukat.

Die Idee sprach sich schnell herum. Freunde, Unterstützer und schließlich auch das Rockbüro Haltern wurden involviert. Aus einem persönlichen Herzensprojekt wurde nach und nach ein Gemeinschaftsprojekt. „Die Expertise ist dann quasi immer mehr auf mich zugekommen“, beschreibt Lukat die Entwicklung mit einem Schmunzeln.

Ohne diese Unterstützung, sagt sie offen, wäre ein Festival dieser Größenordnung allein kaum umsetzbar gewesen.

Mehr als nur ein Rockfestival

Dabei ging es von Anfang an um mehr als nur Musik. Die Botschaft hinter „Riffs Against Cancer“ ist mindestens genauso wichtig wie die Bands auf der Bühne.

Krebs soll sichtbar gemacht werden. Ohne Angst. Ohne Sprachlosigkeit. „Dass man sich nicht scheut, darüber zu sprechen“, nennt Lukat als eines ihrer zentralen Anliegen.

Gleichzeitig möchte sie zeigen, dass selbst aus einem schweren Schicksalsschlag etwas Positives entstehen kann. Oder, etwas rockiger formuliert: Gegen Krebs hilft keine leise Hintergrundmusik.

Manchmal braucht es eben fette E-Gitarren-Riffs aus dröhnenden Boxen, ehrliche Emotionen und Menschen, die zusammenhalten.

Das Aquarell wird zur Festivalkulisse

Das Festival findet am Samstag, 13. Juni 2026, auf der Freibadwiese des Aquarells statt. Einlass ist ab 11 Uhr. Das Programm läuft bis etwa 22 Uhr. Insgesamt elf Bands stehen auf zwei Bühnen.

Musikalisch bewegt sich das Festival quer durch die Rocklandschaft: Von melodischem Indie-Rock über Alternative und Punk bis hin zu härteren Metal-Einflüssen. Mit dabei ist unter anderem die Hamburger Indie-Pop-Band NEEVE als Headliner.

Außerdem stehen Spin My Fate, Joker’s Kingdom, Piece of Evidence, Ayron sowie Tom Sparkle and the Dandy Deeds auf der Bühne.

„Je später der Abend, desto härter werden die Riffs“, sagt Lukat lachend. Genau diese Mischung soll das Festival ausmachen: Entspanntes Sommerfeeling und gleichzeitig ehrliche, handgemachte Live-Musik mit ordentlich Wumms.

Musik für die Großen – Programm für die Kleinen

Auch Familien sollen auf ihre Kosten kommen. Geplant ist zusätzlich ein Kinderprogramm mit Hüpfburg und weiteren Attraktionen. Für das leibliche Wohl sorgen Imbissstände.

Und natürlich dürfen die obligatorischen Freibadpommes für das perfekte Freibad-Feeling nicht fehlen.

Rock’n’Roll kostet – Zusammenhalt hilft

Schon AC/DC wussten in den 70ern: „It’s A Long Way To The Top If You Wanna Rock’n’Roll.“ Auch ein Festival dieser Größenordnung kostet Geld. Viel Geld. Bühne, Technik und Infrastruktur müssen organisiert und finanziert werden.

Lukat und ihr Team setzen dabei auf Sponsoring, Ticketverkauf und zahlreiche Sachspenden aus der Heimat. Und genau dort zeigt sich die besondere Stärke des Projekts.

Viele Halterner Unternehmen und Unterstützer helfen mit. „Ob Bauzäune, Logistik oder Verpflegung – da gibt es wirklich super viele Leute, die bereit sind, so etwas zu fördern“, erzählt Lukat.

Der Benefizgedanke bleibt das Herzstück

Dass die Veranstaltung einen Nerv trifft, zeigt sich bereits beim Ticketverkauf. Natürlich müsse sich ein neues Festival erst etablieren. Die Resonanz sei bislang jedoch durchweg positiv.

Mit rund 500 bis 1000 Besuchern kalkuliert das Organisationsteam die Premiere. Der wichtigste Punkt bleibt jedoch der Benefizgedanke. Der Reinerlös des Festivals wird zu gleichen Teilen an die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum gespendet.

Für Stephanie Lukat ist das auch ein persönliches Dankeschön. An Ärztinnen und Ärzte. An Pflegekräfte. An Krankenschwestern und Forschende. An alle Menschen, die Betroffene durch eine Krebsbehandlung begleiten.

„Umso wichtiger ist es, dass man die Forschung unterstützt“, sagt die Halterner Festival-Initiatorin.

Fortsetzung nicht ausgeschlossen

Ob „Riffs Against Cancer“ ein einmaliges Event bleibt oder langfristig Teil des Halterner Veranstaltungskalenders wird, ist noch offen.

Das werde auch davon abhängen, wie die erste Ausgabe angenommen wird. Vorstellbar wäre eine Fortsetzung durchaus.

Schon jetzt zeigt das Festival allerdings, was entstehen kann, wenn Menschen ihre Energie nicht in Resignation stecken, sondern in etwas Gemeinsames.

Aus einer schweren Diagnose wurde eine Idee. Und aus dieser Idee ein lautes Zeichen gegen Krebs.

Unsere Empfehlungen

Neuste Artikel

CDU Sythen fordert Klarheit zum Ausbau der Thiestraße

Die CDU Sythen unterstützt im Streit um die Thiestraße Sythen weiterhin die geplante Unterführung am Bahnhof. Beim möglichen Ausbau bis zum Kreisverkehr fordert der...

SPD Haltern fordert Rückzug der Thiestraßen-Vorlage

Zur Thiestraße Sythen fordern die SPD Haltern am See und die SPD-Fraktion Haltern am See den Rückzug der Kreis-Vorlage zur Erneuerung und Neugestaltung. In...

Gilde Metal Party begeistert über 300 Metal-Fans in Haltern

Die Gilde Metal Party in Haltern war ausverkauft: mehr als 300 Metal-Fans feierten Frostshock, Bonded und die lokale Szene im Gildehaus.

Haltern wirkt an neuer Strategie der Westfälischen Hanse mit

Haltern am See hat an der neuen strategischen Ausrichtung der Westfälischen Hanse mitgewirkt. Der Städtebund will seine Markenidentität stärken und sich deutlicher als Qualitätsmarke...

Motorradkontrollen in Haltern: Autofahrer mit 132 km/h in 50er-Zone gestoppt

Bei umfangreichen Verkehrskontrollen in Haltern am See hat die Polizei Recklinghausen zahlreiche Verstöße festgestellt. Im Fokus standen zwar Motorradfahrende, doch besonders ein Autofahrer fiel...
Anzeigespot_img