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Das Team der DLRG: Halterns „Baywatcher“

Wachsam, ausgebildet, menschlich! Eine Geschichte von Silvia Bruderek.

Schwimmen, paddeln, surfen, segeln – wer sich in der Sommersaison auf dem Halterner Stausee oder am Silbersee II im Wasser vergnügt, kann sich auf die „Retter in Rot“ verlassen: die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, kurz DLRG-Ortsgruppe Haltern am See.

Ausgestattet mit Motorbooten, Fernglas, Drohne und Funkgerät besetzen sie die Wachstationen an den Seen und halten Ausschau nach Schwimmern in Not. Ihr ehrenamtlicher Job ist nicht nur verantwortungsvoll, sondern vielseitiger, als man denkt – und da wollen wir mal nachhaken.

Der 23-jährige Gerrit Hasse ist ausgebildeter Einsatztaucher
und seit 2008 DLRG-Mitglied. Foto: Frank Schürmann
Alexander Deppe wirkt im örtlichen DLRG-Vorstand mit. Foto: Frank Schürmann

Am Seebad Haltern treffen wir auf den 23-jährigen Gerrit Hasse, der seit seinem ersten Schwimmkurs im Jahr 2008 DLRG-Mitglied ist und die DLRG-Ortsgruppe seit neun Jahren, anfangs als Rettungsschwimmer und danach als Wasserretter, aktiv unterstützt. Zudem wirkt er im örtlichen DLRG-Vorstand mit.

Als ausgebildeter Einsatztaucher ist er u.a. für den Katastrophenschutz im Einsatz und aktuell ist er im Endspurt seiner Ausbildung zum Notfallsanitäter. Gesprächspartner ist auch der 46-jährige Rechtsanwalt Alex Deppe.

Er ist Justiziar im örtlichen DLRG-Vorstand und seit fast sechs Jahren u. a. als Sanitäter und Drohnenpilot im Einsatz – Gerrit und Alex sorgen mit ihrem Team für die Sicherheit und „das gute Gefühl“ der Badegäste: vom Pflasterkleben, Insektenstiche behandeln, vermisste Kinder zu ihren Eltern bringen über Erste Hilfe leisten bis hin zu Rettungseinsätzen auf dem See, z. B. wenn die Kräfte beim Schwimmen nachlassen oder ein Kajak oder Segelboot kentert.

Vom Seepferdchen bis zum Rettungsschwimmer

„Allein im Bereich Wasserrettung und bei der Absicherung von Segelregatten kommen unsere Mitglieder jährlich auf rund 12.000 ehrenamtliche Stunden. Mit zu unseren Aufgaben gehört die Prävention – Aufklärung über Gefahren einerseits, andererseits Schwimmunterricht für die Kleinen“, erklärt Gerrit Hasse, der als Leiter Schwimmen die Schwimmkurse organisiert.

Das heißt, viele Helferinnen und Helfer engagieren sich für den Nachwuchs und bieten im Hallenbad Aquarell Schwimmkurse für Kinder und Jugendliche an – und bilden zudem neue Rettungsschwimmer aus.

Tückische Gefahren im Wasser

Apropos „retten“: Wir fragen Alex Deppe nach typischen Gefahren im Wasser, die es zu vermeiden gilt. „An besonders heißen Tagen ist es keine gute Idee, zwecks Abkühlung ins kalte Nass zu springen – hier kann es zu Kreislaufbeschwerden kommen, insbesondere bei älteren Menschen.“

Zudem berichtet Alex über „Schwimmposer“ am Silbersee II: „Meistens junge Männer, manchmal alkoholisiert, die mit ihren vermeintlichen Schwimmkünsten imponieren wollen, weit vom Ufer wegschwimmen und dann in Not geraten. Sie überschätzen sich selbst und lösen so Rettungseinsätze aus.“

Gerrit ergänzt: „Auch das Relaxen auf Schwimmtieren oder Luftmatratzen kann bei Wind gefährlich werden, da man abgetrieben werden kann. In so einem Fall kommt die Hilfe per Boot.“

Auch gut zu wissen: Der Silbersee II ist aufgrund seiner Tagebau-Historie tückisch wegen seiner Abbruchkanten – viele Personen unterschätzen diese Gefahr. Vor acht Jahren sind am Silbersee II zwei junge Männer aus Indien ertrunken. Trotz eines schnellen Einsatzes von Feuerwehr, Polizei und DLRG konnten sie nicht mehr gerettet werden.

Teamwork mit anderen Hilfsorganisationen

Neben Wachdienst und Wasserrettung an Halterns Seen gehört auch der Katastrophenschutz zum Einsatzspektrum der DLRG. Alex Deppe berichtet:

„Im Katastrophenschutz sowie in der örtlichen Gefahrenabwehr im, am und auf dem Wasser arbeiten wir Hand in Hand mit der Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen wie zum Beispiel dem THW – auch über Stadtgrenzen hinaus, manchmal sogar bundesweit.“

So geschehen bei der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021: Die DLRG beteiligte sich an der Personenrettung, der Sicherung von Deichen und der Verteilung von Hilfsgütern.

Technik – modern und mobil

Natürlich braucht es mehr als guten Willen, um auf dem Wasser helfen zu können. Die Ortsgruppe ist mit modernster Technik ausgerüstet: Beispielsweise stehen im Seebad zwei Motorrettungsboote mit den Namen „Lea“ und „Marleen“ parat – die Namensgebung der Boote erfolgte im Gedenken an die Mitglieder Lea und Marleen, die durch den Germanwings-Flugzeugabsturz 2015 ums Leben kamen.

Hochwasserboot „Hans“ kommt im Katastrophenschutz zum Einsatz. Zum weiteren technischen Equipment gehört auch die Drohne, die wichtige Informationen zu Einsatzlagen liefert. Alex erklärt: „Ganz gleich, ob z. B. bei der Deichkontrolle, Personensuche, Brandbekämpfung oder bei Autounfällen – hier erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit der Feuer- und Rettungswache der Stadt.“

Teamgeist, Spaß und „Wir-Gefühl“

Die DLRG fördert Teamgeist! Im Gespräch mit Alex und Gerrit spürt man eine große Leidenschaft für das, was sie leisten, und ein starkes Gemeinschaftsgefühl – hier werden Freundschaften geschlossen, und das spüren wir hautnah: Sprichwörtlich in die Arme von Gerrit läuft DLRG-Mitglied Marina Schmidt, gekleidet im Taucheranzug und mit Rettungsboard unterm Arm.

Marina engagiert sich seit drei Jahren als Wasserretterin und in der Schwimmausbildung. Gerrit:

„Wir sind wie eine große Familie!“

Ein schöneres Schlusswort kann es nicht geben.

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