StartFamilieNeue Trägerstruktur für katholische Kitas im Bistum Münster beschlossen

Neue Trägerstruktur für katholische Kitas im Bistum Münster beschlossen

Das Bistum Münster plant, seine 664 katholischen Kindertageseinrichtungen ab August 2027 unter eine neue Trägerstruktur zu stellen.

Dafür sollen drei gemeinnützige GmbHs gegründet werden. Ziel sei es, die Einrichtungen langfristig zu sichern und als Lebensorte des Glaubens zu stärken.

Hintergrund der Entscheidung

Derzeit befinden sich die katholischen Kitas in der Trägerschaft der Kirchengemeinden. Künftig ist eine regionale Aufteilung vorgesehen: eine gGmbH für den Niederrhein, eine für die Kreise Borken, Coesfeld und Recklinghausen sowie eine für Münster gemeinsam mit den Kreisen Steinfurt und Warendorf. Über diese Pläne informierte das Bistum am 1. Oktober die Mitarbeitenden.

Als Grund für den Wechsel nennt das Bistum insbesondere die Finanzierungsbedingungen. Das Kinderbildungsgesetz (KibiZ) beinhalte nach Einschätzung des Bistums eine strukturelle Unterfinanzierung. Ohne eine neue Trägerstruktur seien die katholischen Kitas im Bistum gefährdet, erklärte Diözesanadministrator Dr. Antonius Hamers. Er betonte, dass die Einrichtungen auch künftig eng mit den Pfarreien verbunden bleiben sollen, die zugleich von Verwaltungsaufgaben entlastet würden.

Vorteile einer gGmbH-Struktur

Die externen Berater Jutta Loke und Günter Eilers sehen in der Gründung von gGmbHs mehrere Vorteile. Eine übergeordnete Trägerstruktur sichere die Professionalität, ermögliche flexibles Reagieren auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen und garantiere eine zukunftsfähige Steuerung. Zugleich blieben die Kirchengemeinden als Gesellschafter beteiligt und könnten Verantwortung für ihre Kitas behalten.

Nächste Schritte und Beteiligung der Gemeinden

In den kommenden Monaten sollen rechtliche, finanzielle, personelle und strukturelle Fragen im Detail geklärt werden. Dazu plant das Bistum im November Informationsveranstaltungen in allen Kreis- und Stadtdekanaten. Jede Kirchengemeinde muss dem Wechsel zustimmen. Lehnt eine Gemeinde ab, sollen nach einer Übergangszeit finanzielle Unterstützung und organisatorische Dienstleistungen des Bistums entfallen.

Zahlen und Fakten

Für das kommende Haushaltsjahr sind im Etat des Bistums Münster 39,5 Millionen Euro für Kindertageseinrichtungen eingeplant. Derzeit arbeiten dort rund 10.670 pädagogische sowie 840 hauswirtschaftliche Mitarbeitende.

Weitere Informationen zu den geplanten Veränderungen finden sich online unter www.bistum-muenster.de/veraenderungsprozesse.

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