Im Tierheim Marl leben viele Hunde, die auf ein neues Zuhause warten. Einige von ihnen haben es jedoch besonders schwer: Sie gelten als „unvermittelbar“.
Nicht, weil sie nicht liebenswert sind. Sondern weil sie Vorgeschichten haben, Eigenheiten mitbringen oder einfach nicht in das klassische Bild eines unkomplizierten Familienhundes passen.
Viele Hundefans und Tierschutzinteressierte kennen das bekannte TV Format „Die Unvermittelbaren“ des Hundetrainers Martin Rütter.
Dort werden Hunde vorgestellt und bis zur Adoption mit Training begleitet, die aus verschiedensten Gründen im Tierheim gelandet sind und als schwer bis gar nicht vermittelbar gelten. Solche Hunde sitzen auch im Tierheim Marl Tierschutz Marl Haltern e.V.
Wir haben uns die Zeit genommen, vier „schwer“ vermittelbare Hunde persönlich kennenzulernen.
Felix, Bully, Paul und Einstein
Sie heißen Felix, Bully, Paul und Einstein und sind auf den ersten Blick keine Kuschelhunde, die man abends mit aufs Sofa nehmen möchte.
Beim Erstkontakt bellen sie, sind nervös, überfordert und zeigen sich im Tierheimalltag nicht von ihrer besten Seite, was viele Interessenten beim ersten Kennenlernen abschreckt.
Unvermittelbar: Was heißt das eigentlich?
Tierpflegehelfer Andreas erklärt: „Diese vier Tierschutzhunde stehen beispielhaft für weitere Hunde aus dem Tierheim Marl, die es aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten wie z.B. Traumata, Fehlprägung, Stress, Angst oder Aggression schwer haben, ein passendes Zuhause zu finden. Sie gehören zu den schwer bzw. unvermittelbaren Hunden.“
Manchmal sind sie auch nur Opfer unglücklicher Umstände.
Menschen, die bleiben

Die „Langzeitnasen“ im Tierheim Marl
Oft sitzen die „Unvermittelbaren“ jahrelang im Tierheim fest.
Paul ist 12 Jahre alt und ein „Langzeitinsasse“. Der Mischling lebt seit 2018 im Tierheim Marl.
Bully, 8 Jahre alt, ist ein Doggen Mix und seit 2022 Dauergast.
So wie auch der 7 jährige Parson Jack Russel Terrier Felix, der seit 2022 im Tierheim sitzt und nach zwei Vermittlungen wieder zurückkam, weil er u.a. sein Futter verteidigt und ihm nie klare Grenzen gesetzt worden sind. Neue Situationen und auch neue Menschen stressen ihn.
Tierpflegerin Kim berichet: „Diese Hunde haben besondere Bedürfnisse und brauchen Zeit, um Vertrauen aufzubauen, klare Grenzen und Strukturen sowie ein intensives Training, viele Adoptanten schreckt dieser Aufwand ab, die meisten wollen einen „sofort“ netten und funktionierenden Hund.“
Apropos „nette Hunde“. Gut sozialisierte Familienhunde gibt es auch im Tierheim Marl. Sie haben aber meistens nur eine kurze Verweildauer und werden schnell in ein neues Zuhause adoptiert.
Neue Chance auch für Einstein
Auf erfahrene und verantwortungsvolle Menschen wartet auch der fast 5 jährige Einstein, ein umgänglicher und stattlicher Kangal.
Er ist seit Mitte 2025 im Tierheim Marl und kam über ein anderes Tierheim nach Marl. Eine Familie hat er nie kennengelernt.
Diese anspruchsvolle Rasse gehört zu den Herdenschutzhunden, die nicht in eine Zweiraumwohnung gehören, sondern ein hoch eingezäuntes Grundstück bevorzugen.
Der Kangal Charakter ist geprägt von Loyalität, Selbstständigkeit und einem starken Schutzinstinkt. Er ist ruhig und gelassen, aber auch wachsam, eigenständig und misstrauisch gegenüber Fremden, was erfahrene und konsequente Führung erfordert, da er als Herdenschutzhund agiert und territorial ist, aber eine enge Bindung zu seiner Familie aufbaut.
Hoffen auf ein Happy End
Die Hunde Felix, Bully, Paul und Einstein haben eine zweite Chance verdient.
„Wer als Adoptant die Mühe nicht scheut und sich auf einen vermeintlich „Unvermittelbaren“ einlässt, mit konsequentem Training und allen Höhen und Tiefen, hat am anderen Ende der Leine einen treuen Begleiter“, erklärt Mitarbeiter Andreas.
Vier Hunde, vier Geschichten




Alles Wissenswerte über die Vier
Mehr Informationen und die Steckbriefe zu allen Tieren im Tierheim Marl gibt es HIER.










