Am vergangenen Samstag traf man auf den Waldwegen im Sundern wieder zahlreiche sportlich gekleidete Personen, die mit Antennen und Kopfhörern ausgestattet scheinbar ziellos durch den Wald liefen. Dabei handelte es sich jedoch um einen Funk-Navigations-Lauftreff – und dieser war alles andere als ziellos.
Navigieren ohne Handy-App

Regelmäßig treffen sich technik- und laufbegeisterte Outdoorfreunde unter anderem am Haus Sundern (bzw. am „Treffpunkt Alt Holtwick“), um mit Funkempfängern und Peilantennen versteckte Minisender am Wegesrand im Wald aufzuspüren. Navigiert wird dabei ganz „oldschool“ mit Karte und Kompass.
Auf der Karte sind entlang der Wege in größeren Abständen kleine Kreise eingezeichnet, in denen sich die Minisender befinden. Sobald ein Teilnehmer mithilfe von Karte und Kompass einen solchen Kreis erreicht hat, kommt die Richtantenne mit Empfänger zum Einsatz. Man dreht sich mit dem Empfänger um 360 Grad, und aus der Richtung, in der sich der Sender befindet, wird das Signal lauter. In diese Richtung geht man dann etwa 50 Meter weiter und findet schließlich den Minisender. Dieser verbleibt dort für die anderen Teilnehmer; man stempelt lediglich mit einem Kontrollstick eine kleine Kontrollbox als Beweis dafür, dass der Sender gefunden wurde.
Zwölf Funksender im Sundern


Um die vorderen Plätze zu erreichen, müssen möglichst viele Minisender in möglichst kurzer Zeit gefunden werden. Insgesamt wurden am Samstag zwölf Minisender über eine Strecke von rund sieben Kilometern im Sundern am Wegesrand befestigt. Die rund 25 Teilnehmer hatten trotz knackiger Kälte und trockenem Wetter sichtlich viel Spaß.

Mitmachen kann jeder!
Der Sport verbindet Technik, Orientierung sowie Laufen oder Wandern in einer einzigen Disziplin. Diese wird auch als Foxoring bezeichnet – eine Wortkombination aus „Fox/Fuchs“ und „Orientierungslauf“. Mitmachen kann übrigens jeder, da der Empfang von Amateurfunkaussendungen für jedermann frei ist.
Oft wird der Sport als exklusives Hobby von Amateurfunkern angesehen, was jedoch nicht zutrifft: „Es gibt bei diesem Sport keine Altersbegrenzung. Da bei den Teilnehmern ausschließlich mit Empfangstechnik gearbeitet wird, sind keinerlei Lizenz oder Funkerlaubnis erforderlich. Die Bedienung der Empfänger ist unkompliziert und mit der eines Radios vergleichbar. Man muss sich auch kein eigenes Gerät anschaffen – wir haben immer Leihgeräte vor Ort. Jeder ist willkommen mitzumachen“, so Werner „Charly“ Wieand, der die Halterner Veranstaltungen auswertet und mit begleitet.
Bereits seit 1985 werden in Haltern etwa achtmal jährlich Funk-Navigations-Läufe veranstaltet.

Wer Interesse hat, selbst einmal auf eine „Peiljagd“ zu gehen, findet Termine und weitere Informationen unter folgenden Links:
https://df7xu.de/
https://df7xu.de/ardf-t.html
https://df7xu.de/live/


