StartSchule und BildungKinder lernen: Wie kommt der Strom in die Steckdose?

Kinder lernen: Wie kommt der Strom in die Steckdose?

Von Beate Mertmann

Wie anders ist unser Leben doch ohne Strom! Das wurde wieder einmal bewusst, als unlängst ein Bagger ein dickes Stromkabel am Hellweg in Haltern durchtrennte.

Keine Lampe leuchtete in den Häusern oder Straßen, kein Radio, Fernseher oder Computer ließ irgendetwas hören oder sehen, Spül-, Wasch- oder Kaffeemaschine blieben stehen, kein anderes elektrisches Gerät reagierte, wenn man den Stecker in die Steckdose steckte.

Als der Strom wieder floss, strahlten auch die Menschen vor Erleichterung. Wir sind ganz schön abhängig von der Energie namens Strom. Aber wie kommt dieser eigentlich in unsere Steckdosen? Das erklären die Stadtwerke Haltern den Kleinen in den Kindergärten und Grundschulen der Stadt. Und zwar in Zusammenarbeit mit der Deutschen Umweltaktion e.V.

Energieunterricht für die Kleinsten

Dessen Umweltbeauftragter Lothar Franken stellt sich heute im Kindergarten St. Joseph vor: „Ich bin der Lothar vom Blauen Engel für Umwelt, Menschen und Tiere“. Er verspricht den Kindern „eine spannende Dreiviertelstunde Unterricht wie in der Schule. Bimmel, Bimmel, Bimmel, der Unterricht kann beginnen.“

Wofür brauchen wir Strom?

Oh ja, die Kinder wissen schon, wozu man Strom benötigt: „Für die Lichter.“ „Für Wasser.“ Für Wasser? „Ja, dass das hochgepumpt wird“, erklärt ein kleiner Pfiffikus. „Für die E-Autos.“ „Fürs Handy.“ „Fernseher.“ „Tablet.“ „Und für Alexa“, weiß eine Kleine. Auf Fön, Waschmaschine, Backofen, Staubsauger etc. kommen die Kinder erst durch Hinweis, dass auch all diese ja nicht ohne Strom laufen. „Strom brauchen wir jeden Tag.“ Wo also kommt er her?

Stromerzeugung anschaulich erklärt

Lothar Franken hat eine kleine Dampfmaschine mitgebracht. Die Kinder dürfen Wasser in den Tank füllen, dann zündet der 66-Jährige in einer Brennkammer darunter einen Grillanzünder an. Während er erklärt, dass dieses dasselbe Prinzip ist wie in den großen Kraftwerken, dass dort nur anstelle des kleinen Grillanzünders Steinkohle verbrannt wird, beginnt das Wasser anzubrodelt. Der Druck durch den Dampf im Kessel steigt, treibt ein Schwungrad an und dieses einen Dynamo. Schon leuchtet an diesem ein Lämpchen auf. Hat geklappt mit der Energieerzeugung!

Vom Dynamo bis zum Kraftwerk

„Einen Dynamo habt ihr vielleicht auch am Fahrrad. Wenn ihr in die Pedale tretet, dreht sich das Rädchen am Reifen, dadurch erzeugt ihr den Strom, damit das Licht am Fahrrad leuchtet. In einem Kraftwerk steht statt eines Dynamos ein großer Generator.“ Von dort wird der Strom über Kabel bis in die Häuser geleitet. Und immer, wenn darin ein elektrisches Gerät eingeschaltet wird, fließt der Strom. Die Vorschulkinder sind begeistert von diesem Unterricht, den sie im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“ können.

Spielerisches Lernen über Energie

Die Stadtwerke Haltern am See bieten Energieunterricht in Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelt-Aktion schon seit fast 20 Jahren in 21 Kindergärten und acht Grundschulen im Stadtgebiet an, erklärt Annika Schrepping, Abteilungsleiterin für Kommunikation und Marketing. „So lernen die Schüler spielerisch viel über Energie und die Bedeutung von erneuerbaren Energien. Eine nachhaltige Energieerzeugung, die sparsame Verwendung von Energie und umweltgerechtes Handeln spielen dabei eine wichtige Rolle.“

Erneuerbare Energien für die Zukunft

Lothar Franken erklärt den Kindern, dass Steinkohle über 300 Millionen Jahre tief in der Erde liegt und aus abgestorbenen Bäumen und Pflanzen besteht. Und dass es beim Verbrennen stinkt und die Abgase nicht gut für die Umwelt sind. „Das erhöht den Treibhauseffekt, der für die Erderwärmung verantwortlich ist.“ Um diese nicht noch mehr anzuheizen, nutze man heute mehr und mehr „natürliche Energiequellen“ wie die Sonne, Wasser und Wind.

Dass Windräder sich drehen, wenn man hineinpustet, können die Kinder direkt ausprobieren. Wasser kann ebenfalls etwas in Bewegung setzen, wie man an Wassermühlen sehen kann. Und Sonne? Nun, die versteckt sich heute ein wenig hinter Wolken. Aber sie reicht doch aus, um ein kleines Solarspielzeugauto in Bewegung zu setzen. Immer muss etwas in Bewegung sein, um Strom zu erzeugen bzw. zu nutzen. Nicht umsonst ist Strom ja auch ein anderes Wort für Fluss.

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