Wenn in Lavesum der 17. Januar naht, erinnert sich das Dorf an eine Tradition, die tief verwurzelt ist und bis heute mit viel Herz gepflegt wird. Im Mittelpunkt steht der heilige Antonius – Schutzpatron der Kirche und Namensgeber eines Brauchs, der im Ort liebevoll „Schweinedienst“ oder im Plattdeutschen Swienetüns genannt wird.
Ein Festtag zwischen Glaube und Geselligkeit
Der Festtag beginnt traditionell mit der heiligen Messe in der St.-Antonius-Kirche in Lavesum. Schon am Morgen versammeln sich Gemeindemitglieder und Gäste, um gemeinsam innezuhalten und den Patron des Dorfes zu ehren.
Im Anschluss wird es gesellig. Wie seit Generationen üblich, zieht es viele Besucher danach in eine Kneipe oder ein Vereinslokal. Dort wird erzählt, gelacht und angestoßen – ganz so, wie es früher schon war.
Der heilige Antonius und das Schwein
Der Brauch geht zurück auf den heiligen Antonius den Großen, auch Antonius Abbas genannt. Er lebte im vierten Jahrhundert als Einsiedler und gilt als einer der Begründer des Mönchtums. In der Volksfrömmigkeit wird Antonius seit Jahrhunderten mit einem Schwein dargestellt.
Das Tier steht symbolisch für die Versuchungen des Lebens, aber auch für Schutz und Fürsorge. Im Mittelalter durften die Schweine des Antoniusordens frei durch die Dörfer laufen. Sie galten als Gemeindetiere und wurden von allen versorgt. Aus dieser Zeit stammt die enge Verbindung zwischen dem Heiligen und dem Schwein.
Gelebte Dorfgemeinschaft in Lavesum
In Lavesum entwickelte sich daraus ein ganz eigener Brauch. Der Schweinedienst ist kein offizielles Ritual, sondern Ausdruck gelebter Dorfgemeinschaft – ein Tag, an dem man zusammenkommt, sich austauscht und das Miteinander feiert.
Ältere Dorfbewohner erinnern sich an Zeiten, in denen mehrere Gaststätten geöffnet hatten und der Antoniustag ein fester Termin im Dorfkalender war. Doch auch heute ist der Geist dieses Tages noch spürbar.
Ein Stück Heimatgeschichte
Gerade die Mischung aus Glaube, Tradition und Geselligkeit macht den Antoniustag in Lavesum so besonders. Er ist ein Stück Heimatgeschichte, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Für viele ist er ein fester Anker im Jahreslauf und ein lebendiges Zeichen dafür, wie Brauchtum in Haltern am See gelebt wird.
