StartNachrichtenPolitikJugendbeteiligung in Haltern: Konzept nimmt Form an

Jugendbeteiligung in Haltern: Konzept nimmt Form an

Die Jugendbeteiligung in Haltern soll dauerhaft ausgebaut werden. Der Ausschuss für Generationen und Soziales beriet dazu einen ersten Konzeptentwurf. Außerdem empfahl das Gremium den Beitritt der Stadt zum geplanten Kommunalen Betreuungsverein Vest.

Beide Vorhaben stehen noch am Anfang. Über den Beitritt zum Betreuungsverein muss der Rat entscheiden. Auch ein Kinder- und Jugendrat ist bislang weder beschlossen noch eingerichtet; zunächst sollen Jugendliche, Politik und Verwaltung die künftigen Strukturen gemeinsam entwickeln.

Betreuungsverein Vest soll schwierige Fälle übernehmen

Im Kreis Recklinghausen fehlen nach Angaben der Stadt zunehmend geeignete Personen für rechtliche Betreuungen. Besonders komplexe Fälle lassen sich immer schwerer vermitteln. Zugleich sinkt die Bereitschaft von Angehörigen, eine Betreuung ehrenamtlich zu übernehmen.

Der neue kommunale Verein soll vor allem Fälle übernehmen, für die sich keine geeigneten Berufsbetreuer oder bestehenden Betreuungsvereine finden. Bürgermeister Andreas Stegemann erklärt: „Wir können diesen Personenkreis nicht sich selbst überlassen. Der geplante kommunale Betreuungsverein kann eine wichtige Lücke schließen“.

Eine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten soll nicht entstehen. Vielmehr soll der Verein die vorhandenen Strukturen ergänzen und verhindern, dass kommunale Betreuungsbehörden selbst als Betreuer bestellt werden müssen. Der Kreistag befürwortete die Vereinsgründung bereits im Juni 2026. Für die Startphase sind auf Kreisebene zwei Betreuer und eine Verwaltungskraft vorgesehen.

Jugendbeteiligung in Haltern startet mit zwei Säulen

Grundlage für die weiteren Überlegungen ist unter anderem eine stadtweite Jugendbefragung mit rund 500 Teilnehmern. In der Ausschusssitzung machte außerdem eine Gruppe von 16-Jährigen mit einem selbst gestalteten Banner auf ihr Anliegen aufmerksam. Unter dem Namen „JFM – Jugend für Mitbestimmung“ wollen sie sich selbst in die Entwicklung einbringen.

Der bisherige Konzeptentwurf sieht zwei Bausteine vor:

  • ein perspektivisch dauerhaftes Kinder- und Jugendgremium
  • projektbezogene Beteiligungsformate bei konkreten städtischen Vorhaben

Für ein mögliches Jugendgremium sind derzeit ein eigenes Budget und die Begleitung durch eine pädagogische Fachkraft mit mindestens 19,5 Wochenstunden vorgesehen. Wie das Gremium genau aussehen soll, ist noch offen. Wahlordnung, Satzung und Geschäftsordnung sollen Jugendliche, Politik und Verwaltung gemeinsam erarbeiten.

Eine erste Wahl wäre nach dem derzeitigen Stand frühestens nach den Sommerferien 2027 möglich. Zuvor muss aus dem Entwurf ein tragfähiges Beteiligungsmodell entstehen.

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