StartNaturSeltener Fischotter kehrt an die Lippe zurück

Seltener Fischotter kehrt an die Lippe zurück

Der vom Aussterben bedrohte Fischotter ist an die Lippe zurückgekehrt. Das meldet der Lippeverband passend zum Tag der Artenvielfalt am Freitag, 22. Mai. Erste Hinweise auf die Rückkehr in das Lippe-System gab es bereits vor einigen Jahren; inzwischen wurde der scheue Wassermarder mehrfach über Spurensuche nachgewiesen.

Der Lippeverband wertet die Ansiedlung des Fischotters als Zeichen dafür, dass die Renaturierung der Lippe Wirkung zeigt. Der Wasserwirtschaftsverband feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen.

„Auch wenn sich der Otter bisher noch nicht überall entlang der Lippe etabliert hat, zeigt die Entwicklung deutlich, dass die neu geschaffenen Lebensräume zunehmend angenommen werden. Fischotter brauchen saubere Gewässer, ruhige Ufer und genug Nahrung, weshalb ihr Vorkommen als Indikator für eine gute Gewässerqualität und intakte Ökosysteme gilt“, sagt Gunnar Jacobs, Mitarbeiter beim Lippeverband und Experte für Artenvielfalt.

Renaturierung schafft neue Lebensräume

Nach Angaben des Lippeverbandes wurden im Verbandsgebiet unter anderem die Reinigungsleistung von Klär- und Regenwasserbehandlungsanlagen optimiert und zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen entlang der Lippe umgesetzt. Uferbereiche wurden naturnah gestaltet, befestigte Flussabschnitte geöffnet und die ökologische Durchgängigkeit verbessert.

Der eurasische Fischotter (Lutra lutra) ist ein semiaquatischer Säuger aus der Familie der Marder. Er steht in Deutschland unter strengem Schutz und galt in Nordrhein-Westfalen jahrzehntelang als ausgestorben. Verschmutzte Flüsse und der Ausbau der Gewässer hatten seine Lebensbedingungen lange verschlechtert.

Die Rückkehr des Fischotters gilt deshalb auch als Signal für andere Arten. Als Spitzenprädator in Gewässern frisst er vor allem alte, schwache und kranke Fische und kann so zu gesunden Fischbeständen beitragen.

Mitmach-Aktion am Tag der lebendigen Lippe

Wie sich die Renaturierung auf die Artenvielfalt auswirkt, soll im Juli beim Tag der lebendigen Lippe untersucht werden. Der Lippeverband, der NABU NRW und die Landschaftsagentur Plus laden dazu am Haus Vogelsang in Datteln ein.

Am 11. und 12. Juli nehmen Forschende dort über 24 Stunden Tier- und Pflanzenarten unter die Lupe. Besucherinnen und Besucher können am 12. Juli von 11 bis 17 Uhr dabei sein und selbst mitforschen, etwa beim Keschern im Wasser, beim Blick durch ein Mikroskop oder bei Führungen zu Umbaumaßnahmen an der Lippe sowie zu Amphibien und Vögeln.

Quelle: Lippeverband. Erstveröffentlichung am 19. Mai 2026 bei Dorsten-Online.

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