StartStadt HalternEntspannte Unterbringungssituation in Haltern am See

Entspannte Unterbringungssituation in Haltern am See

Aufgabe von diversen Unterkünften

Die Stadt Haltern am See verzeichnet eine deutliche Entspannung bei der Unterbringung von Geflüchteten.

Hintergrund ist unter anderem die Inbetriebnahme der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes am Standort Lippspieker sowie eine Zielvereinbarung mit der Bezirksregierung Arnsberg.

Nach der offiziellen Einweihung der ZUE am 16. Dezember 2025 und der anschließenden vollständigen Anrechnung ihrer maximalen Aufnahmekapazität von 400 Plätzen auf die städtische Aufnahmeverpflichtung gab es keine weiteren Zuweisungen. Vor dem Hintergrund bundesweit sinkender Asylantragszahlen ist davon auszugehen, dass die Stadt in absehbarer Zeit keine weiteren Geflüchteten kommunal unterbringen muss. „Die erhofften Auswirkungen der ZUE zeigen sich nun, sodass man sagen kann, die ZUE wirkt“, betonte Bürgermeister Andreas Stegemann im gestrigen Ausschuss für Generationen und Soziales. Im Jahr 2025 wurden der Stadt insgesamt 74 Personen zugewiesen (2024: 296). Zusätzlich erfolgten 23 Direktaufnahmen – in der Regel im Rahmen des Familiennachzugs ukrainischer Angehöriger (2024: 47). Die letzten vier Zuweisungen erfolgten Anfang Dezember 2025.

Aktuell leben in der Zentralen Unterbringungseinrichtung 105 Personen. Darunter 30 Kinder. Umfeldmanagerin Figan Ucar-Macit berichtete im Ausschuss, dass die Deutschkurse sowie die Sportangebote gut angenommen werden. Außerdem hob sie die gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten hervor.

Deutliche Entspannung in den Unterkünften

Neben den geringeren Zuweisungszahlen haben weitere Faktoren zur Entlastung beigetragen:

• Integration von Familien und Einzelpersonen in den lokalen Wohnungsmarkt mit Unterstützung der Initiative „Menschen ein Zuhause geben“ und weiterer ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer
• Wegzüge nach Wegfall der Wohnsitzauflage oder nach erfolgreicher Umverteilung, etwa bei Arbeitsaufnahme in einer anderen Kommune
• Umzüge in private Wohnungen durch Eigeninitiative
• Zwischenzeitliche Unterbringung in städtischem Wohnraum mit anschließender Anmietung eigener Wohnungen
• Rückkehr ins Heimatland, insbesondere ukrainischer Staatsangehöriger

Aufgabe des Standortes Annabergstraße

Die zweigeschossige Containeranlage an der Annabergstraße mit gemeinschaftlichen Sanitär- und Küchenräumen war von Beginn an als Übergangslösung vorgesehen. Die Kapazität liegt – je nach Belegungsintensität – zwischen 84 und 116 Plätzen. Aktuell leben dort noch 52 Personen (24 alleinstehende Männer sowie 28 alleinstehende Frauen und Familienangehörige).

In den kommenden zwei bis drei Monaten wird die Unterkunft vollständig aufgelöst. Ein Ersatzstandort wird aufgrund der entspannten Situation nicht mehr benötigt. Die Bewohnerinnen und Bewohner an der Annabergstraße ziehen an die Standorte „Hellweg“ und „Erich-Kästner-Schule“, wo entsprechende Kapazitäten zur Verfügung stehen. Am Standort „Hellweg“, der für Familien und alleinstehende Frauen genutzt wird, sind derzeit 31 Plätze frei. In der Unterkunft „Erich-Kästner-Schule“ leben aktuell 65 Personen bei einer Maximalkapazität von bis zu 150 Plätzen.An den Standorten „Lorenkamp“ und „Wasserwerkstraße“ ist weiterhin Bewegung zu verzeichnen, sodass dort freiwerdende Plätze ebenfalls genutzt werden können.

Verkauf der Containeranlage und Weiterentwicklung Lorenkamp

Die rund drei Jahre alte Containeranlage befindet sich trotz intensiver Nutzung in einem baulich guten Zustand und soll veräußert werden. Die für einen Umzug vorgesehenen Haushaltsmittel 2026 sowie die zu erwartenden Verkaufserlöse sollen in die Weiterentwicklung des Standortes „Lorenkamp“ investiert werden.

Dort ist zunächst der Abriss der alten Steinbauten geplant, um auf der entstehenden Freifläche neue Wohn- und Unterbringungsmöglichkeiten für obdachlos gewordene Menschen zu schaffen. Ziel ist es, die Unterbringungssituation in diesem Bereich noch im Laufe dieses Jahres deutlich zu verbessern. Die Verwaltung wird die Planungen in den kommenden Monaten gemeinsam mit den zuständigen Fachausschüssen vorantreiben.

Perspektivisch auch Rückbau der Erich-Kästner-Schule

In einem nächsten Schritt wird auch der Rückbau des Standortes „Erich-Kästner-Schule“ angestrebt. Nach der Auflösung der Annabergstraße ist dort mit einer Belegung von maximal 90 Personen zu rechnen. Sofern sich die positive Entwicklung der Bewohnerzahlen fortsetzt, ist nach derzeitiger Einschätzung von einer weiteren Nutzungsdauer von höchstens zwölf Monaten auszugehen.
Die Stadt Haltern am See sieht sich damit auf einem guten Weg, die Unterbringungssituation nachhaltig zu stabilisieren und gleichzeitig neue Perspektiven für andere soziale Handlungsfelder zu schaffen.

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