Dülmen / Region – Die Volksbank Westmünsterland eG blickt auf ein anspruchsvolles, zugleich erfolgreiches Geschäftsjahr zurück.
Trotz eines weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds zeigt sich die Genossenschaftsbank stabil, leistungsfähig und fest in der Region verankert. Das wurde auf der Jahrespressekonferenz in Dülmen deutlich.
„Wir haben im vergangenen Jahr eine steigende Kreditnachfrage in allen Segmenten feststellen können“, erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Carsten Düerkop. „Das ist angesichts konjunktureller Unsicherheiten, hoher regulatorischer Anforderungen und einer insgesamt zurückhaltenden Investitionsneigung keine Selbstverständlichkeit, sondern belegt die Stärke unserer Region.“
Zum Jahresende 2025 belief sich die Bilanzsumme der Volksbank Westmünsterland auf 5,16 Milliarden Euro, das betreute Kundengeschäftsvolumen lag bei 11,1 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis vor Bewertung erreichte 54,0 Millionen Euro. Diese Kennzahlen unterstreichen das anhaltende Vertrauen von Mitgliedern sowie Kundinnen und Kunden in die regionale Genossenschaftsbank.

Verlässlicher Partner für Unternehmen im Münsterland
Gerade im Firmenkundengeschäft zeigt sich die enge Verbundenheit mit der regionalen Wirtschaft. Entgegen der allgemeinen Investitionszurückhaltung konnten im vergangenen Jahr neue Kredite in Höhe von 862 Millionen Euro zugesagt werden. Ein wesentlicher Wachstumstreiber bleibt dabei der Bereich der erneuerbaren Energien.
„Unsere Aufgabe ist es, Unternehmen auch in schwierigen Phasen zu begleiten und Zukunftsinvestitionen zu ermöglichen“, betonte Vorstandsmitglied Matthias Entrup. „Dafür verfügen wir über die notwendige Kreditbereitschaft, fachliche Expertise und vor allem über regionale Nähe.“
Auch im Fördermittelgeschäft nimmt die Volksbank Westmünsterland weiterhin eine Schlüsselrolle ein. Das Fördermittelkreditvolumen konnte um rund 42 Millionen Euro auf nunmehr 1,05 Milliarden Euro ausgebaut werden. Positiv entwickelten sich zudem das Auslandsgeschäft sowie der Zahlungsverkehr.
Privatkundengeschäft: Wohneigentum bleibt ein zentrales Thema
Im Privatkundengeschäft war insbesondere bei der Baufinanzierung eine spürbare Belebung zu verzeichnen. Insgesamt stellte die Bank Finanzierungen von mehr als 150 Millionen Euro bereit – vor allem für Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Der klassische Neubau bleibt hingegen aufgrund hoher Baukosten und eingeschränkter Leistbarkeit weiterhin verhalten.
„Der Wunsch nach Wohneigentum ist nach wie vor vorhanden“, erläuterte Vorstandsmitglied Henning Henke. „Umso wichtiger sind realistische Rahmenbedingungen und pragmatische politische Lösungen, die bezahlbares Wohnen ermöglichen.“
Nachgefragt: Wo Politik und Realität auseinanderdriften
Im Rahmen der Pressekonferenz wurden auch gezielt Fragen an den Vorstand gerichtet:
Was wünschen Sie sich ganz konkret von der Politik, damit mittelständische Betriebe und private Haushalte besser durch unsichere Zeiten kommen? Und wo sehen Sie aktuell die größte Lücke zwischen politischen Entscheidungen in Berlin und der Realität der Menschen in der Region?
Dr. Carsten Düerkop machte deutlich, dass die Volksbank demokratische Entscheidungsprozesse ausdrücklich respektiere. Gleichzeitig zeige die tägliche Praxis, dass viele gesetzliche Regelungen, insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit, ESG-Berichtspflichten und Regulierung, zunehmend nicht zu Ende gedacht seien.

Große Unternehmen seien zwar formell adressiert, die Anforderungen würden jedoch faktisch auf kleine und mittelständische Betriebe durchgereicht. „Am Ende müssen Unternehmen Berichte liefern, weil sie Teil einer Lieferkette sind – unabhängig davon, ob diese Anforderungen für sie überhaupt leistbar sind“, so Düerkop.
Wenn Regulierung Fortschritt bremst
Die Folgen seien konkret spürbar: Investitions- und Bauprojekte benötigten teils bis zu zehn Jahre von der Idee bis zum ersten Spatenstich. In einer Zeit raschen wirtschaftlichen Wandels sei das kaum noch tragbar. Selbst gesellschaftlich dringend benötigte Projekte wie Wohnraum oder Pflegeeinrichtungen würden dadurch massiv verzögert.
Auch aktuelle politische Debatten – etwa zur Erbschaftsteuer – sieht der Vorstand kritisch. Familiengeführte Unternehmen verfügten häufig über hohe Werte, die jedoch in Maschinen, Gebäuden oder Warenbeständen gebunden seien. Liquidität für zusätzliche Steuerlasten sei oft nicht vorhanden, was Investitionen und Nachfolgeregelungen erschwere.
Mitglieder, Mitarbeitende und Verantwortung vor Ort
Getragen wird die Volksbank Westmünsterland von 70.700 Mitgliedern. Das genossenschaftliche Geschäftsmodell, das auf Mitwirkung, Verantwortung und Teilhabe setzt, bleibt zentrale Leitlinie des Handelns. Im vergangenen Jahr konnten 1.800 neue Mitglieder gewonnen und Geschäftsanteile im Wert von über 11 Millionen Euro gezeichnet werden.
Als Arbeitgeber ist die Bank mit 646 Mitarbeitenden, darunter 66 Auszubildende, fest in der Region verankert. Flexible Arbeitszeitmodelle, moderne Arbeitsbedingungen und gezielte Weiterbildung prägen das Arbeitsumfeld.
Nachhaltigkeit als Teil verantwortungsvollen Wirtschaftens
Nachhaltigkeit versteht die Volksbank Westmünsterland als festen Bestandteil ihres Handelns. Im Rahmen eines kontinuierlichen Strategieprozesses wird die Ausrichtung regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Ein sichtbares Zeichen dafür ist der Nachhaltigkeitspreis der Volksbank Westmünsterland, der auch 2026 erneut ausgelobt wird. Darüber hinaus engagiert sich die Bank seit vielen Jahren in der regionalen Bildungsförderung.
Klarer Appell an die Politik
Abschließend richtete der Vorstand einen deutlichen Appell an die Politik:
„Unternehmen und Menschen brauchen verlässliche, planbare Rahmenbedingungen“, so Dr. Düerkop. Bürokratieabbau, realistische Regulierung und eine stärkere Berücksichtigung regionaler Perspektiven seien entscheidend, um Investitionen zu ermöglichen und wirtschaftliche Stärke zu sichern.
Die Volksbank Westmünsterland sieht sich gut gerüstet, auch künftig Verantwortung für die Region zu übernehmen – wirtschaftlich solide, strategisch klar und nah bei den Menschen.
