Die Römertage Haltern 2026 machten am LWL-Römermuseum antike Geschichte lebendig – Agrippina reiste standesgemäß in der Sänfte an.
Das Wetter zeigte sich am Wochenende „germanisch durchwachsen“: Während der Samstag noch trocken blieb, präsentierte sich Germanien am Sonntag bereits von seiner herbstlichen Seite. Dem Erfolg der Römertage am LWL-Römermuseum tat das jedoch keinen Abbruch.
„Wir sind sehr froh, dass so viele Leute trotz des nicht so schönen Wetters den Weg zu uns gefunden haben“, zog Museumsleiter Josef Mühlenbrock zufrieden Bilanz.
Handwerk bei den Römertagen Haltern 2026
Rund um das Museum konnten die Besucher hautnah erleben, wie der Alltag vor 2.000 Jahren ausgesehen haben könnte. In einem traditionellen Erdofen wurde römisches Brot gebacken. Damit der Teig nicht am Boden festklebte, legten die Bäcker ihn kurzerhand auf Blätter.

Wie mühsam schon das Entzünden eines Feuers sein konnte, zeigte eine weitere Vorführung. Mit Steinen und eisernen Feuerschlägern versuchten die Darsteller, trockenen Zunder aus Pflanzenteilen in Brand zu setzen. Baumpilze dienten anschließend als Glutnest, in dem sich die Glut über längere Strecken transportieren ließ.
Auch Weberei, Schrift, Kunst, Töpferei und zahlreiche weitere Handwerkstechniken gehörten zum Lagerleben. Besonders beeindruckend waren die detailgetreuen Gewandungen und Ausrüstungen der Legionäre und des Lagervolkes. Sie vermittelten den Eindruck, die Römerzeit sei für ein Wochenende nach Haltern zurückgekehrt.
Römische Waffen zum Ausprobieren
Militärischer ging es bei den Vorführungen römischer Geschütze, Schleudern und Katapulte zu. Selbst Kinder durften ihr Können mit den römischen Waffen erproben – aus Sicherheitsgründen allerdings mit Tennisbällen statt antiker Munition.

Die kaiserliche Familie zieht ein
Einer der Höhepunkte war die Pompa, der festliche Einzug der kaiserlichen Familie. Begleitet von römischen Fußtruppen und Reitern wurde Agrippina in einer prunkvollen Sänfte durch das Lager getragen. Mit dabei waren auch ihr Mann Germanicus, der gefeierte Feldherr, und ihr Onkel Tiberius.
Der leichte Nieselregen am Sonntag schien den Römern wenig auszumachen. Agrippina dürfte er besonders gleichgültig gewesen sein: Die Dame von Adel lag, mitsamt schmackhaften Weintrauben, unter dem Dach ihrer Sänfte ausgesprochen bequem und vor allem trocken.
Von ihrer Loge aus wohnte sie einer Opferzeremonie zu Ehren des Kaisers Augustus bei. Brot und Wein wurden dabei feierlich den Göttern dargebracht. Museumsleiter Josef Mühlenbrock lieferte den Besuchern die historischen Hintergründe, sodass auch Laien verstanden, was das in authentischem Latein vorgetragene Ritual zu bedeuten hatte.

Schon vor dem Wochenende hatte Haltern-Online den Einzug Agrippinas und das Programm der Römertage vorgestellt. Vor Ort glich die Veranstaltung einer Reise mit der Zeitmaschine und bot spannende Einblicke in das, was vor rund 2.000 Jahren auf Halterner Boden geschah.
Fotos von den Römertagen in Haltern
Die Bilder zeigen weitere Eindrücke aus dem Lager, von den Handwerksvorführungen und vom Einzug der kaiserlichen Familie.













