In Haltern am See standen wichtige Entscheidungen im Bereich Schule, Sport und Kultur auf der Agenda. Der zuständige Fachausschuss beschäftige sich in seiner gestrigen Sitzung mit der Unterschutzstellung der Pilgerkirche St. Anna, der sportlichen Infrastruktur und der Finanzierung des offenen Ganztagsbetriebs.
Historisches Erbe: Pilgerkirche St. Anna wird unter Denkmalschutz gestellt
Ein bedeutendes Stück Stadtgeschichte erhält besonderen Schutz: Die Pilgerkirche St. Anna im Ortsteil Holtwick wurde vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als denkmalwert eingestuft. Der Ausschuss für Schule, Sport und Kultur hat nun einstimmig beschlossen, das Bauwerk in die Denkmalliste der Stadt Haltern am See aufzunehmen. Die Kirche hat dem LWL zufolge eine besondere Bedeutung für die Geschichte der Stadt. Insbesondere über die kulturellen und religiösen Verhältnisse sowie die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg habe die Kirche eine hohe Aussagekraft.
Dreifachhalle: Sanierungen mit weniger Beeinträchtigungen als befürchtet
Gute Nachrichten für den Halterner Hallensport: Die befürchteten Einschränkungen durch anstehende Sanierungsmaßnahmen in der Dreifachhalle fallen deutlich geringer aus als zunächst angenommen. In diesem Jahr stehen dort zwei große Projekte an: der Austausch der Tribünenanlage um die Osterzeit und eine umfangreiche Dachsanierung in den Sommerferien. Durch die Planung der Verwaltung, die einen Großteil der Arbeiten in die ohnehin spielfreien Ferienzeiten legt, reduziert sich die tatsächliche Ausfallzeit für den Vereinssport von den befürchteten zehn auf insgesamt nur etwa fünf Wochen. Die Stadt wurde nun durch den Fachausschuss beauftragt, die betroffenen Vereine bei der Ansprache der Nachbarstädte zu unterstützen, um bei Bedarf weitere Hallenkapazitäten in diesem Zeitraum zu organisieren. Der derzeit bestehende Hallenbelegungsplan in Haltern am See ist das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit und hat sich in der Praxis fest bewährt. Dementsprechend soll dieser weiterhin bestehen bleiben. Allerdings soll es noch Gespräche mit den von den Sanierungsmaßnahmen betroffenen Vereinen geben, um gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Die vom Ausschuss beschlossene Bestands- und Bedarfsanalyse zur Hallensituation im Jahr 2026 sieht den Bedarf von zwei zusätzlichen Halleneinheiten, der in Form einer Zweifachhalle mit kleiner Tribünenanlage an zentraler Stelle in Haltern-Mitte zweckmäßig gedeckt werden könnte. Die Standortfrage wird derzeit geprüft.
Stadt Haltern am See will erheblich in den Offenen Ganztagsbetrieb investieren
Wichtiger Bestandteil der Sitzung war vor allem die massive Erhöhung der Finanzierung des offenen Ganztagsbetriebs. Hintergrund sind die Tarifabschlüsse aus dem Jahr 2023, die zu Lohnsteigerungen von rund 13 Prozent führten. Da die Zuschüsse des Landes NRW diese Kostensteigerungen bisher nicht auffangen konnten, drohten den Trägern der OGS-Einrichtungen Defizite. Um die pädagogische Qualität trotz der gestiegenen Personalkosten zu halten und den Trägern Planungssicherheit zu geben, hat das Gremium einstimmig beschlossen, den freiwilligen kommunalen Zuschuss der Stadt deutlich anzuheben. Sofern der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Rat der Beschlussempfehlung folgen, kommt es ab dem 01. Mai 2026 zu einer erhöhten Unterstützung. Die Finanzierung wird um 422 Euro pro Schülerin und Schüler pro Jahr angepasst. Damit liegt diese dann bei 900 Euro. Für sonderpädagogisch geförderte Kinder steigt er von 944 Euro auf 1.366 Euro pro Jahr. Mit Wirkung vom 01. April 2027 wird dieser freiwillige kommunale Zuschuss um weitere 100 Euro auf dann 1.000 Euro pro Jahr (1.466 Euro pro sonderpädagogisch geförderte Kinder pro Jahr) festgesetzt. Ab dem Schuljahr 2028/29 erhöht sich der Wert voraussichtlich um 3%. Auf die Elternbeiträge im OGS-Bereich hat die Entscheidung keine Auswirkungen.
Stauseekampfbahn: Neues Kabinengebäude kurz vor der Übergabe
Der Ersatzneubau des Kabinengebäudes auf der Stauseekampfbahn steht unmittelbar vor dem Abschluss. Nach aktuellem Stand wird das moderne Gebäude in nur wenigen Wochen offiziell an den Vereinssport übergeben. Das Projekt, das im Jahr 2022 startete, wurde mit 1,5 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Investitionspakt für den Sport“ unterstützt. Besonders erfreulich: Die Gesamtkosten belaufen sich auf die ursprünglich prognostizierte Summe von rund 2 Millionen Euro, wodurch der Kostenrahmen eingehalten werden konnte.

