Bürgermeister Andreas Stegemann und die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen (IHK) luden zum Halterner Unternehmertreff 2026 auf das Fahrtgastschiff „Möwe“ ein.

Teil der einstündigen Rundfahrt über den Halterner Stausee war ein Fachvortrag zum Thema nachhaltige Mobilität. Durch die Veranstaltung moderierte Baudezernent Siegfried Schweigmann.


Nachhaltige Mobilität ist längst mehr als nur Klimaschutz
Daniel Janning, Teamleiter Mobilität, Planung und Stadtentwicklung bei IHK Nord Westfalen, begrüßte die geladenen Halterner Unternehmer auf der Möwe. Während der einstündigen Rundfahrt referierte Knut Petersen von der B.A.U.M. Consult GmbH über modernes betriebliches Mobilitätsmanagement. Hierbei machte er deutlich, dass nachhaltige Mobilität längst mehr sei als nur Klimaschutz: Steigende Verkehrsbelastung, CO₂-Emissionen, Flächenverbrauch und Lärm zwängen Unternehmen und Kommunen zum Umdenken.

Gezieltes Mobilitätsmanagement kann Kosten senken
Besonders eindrucksvoll waren die Zahlen zum Verkehrssektor. Während andere Bereiche ihre Treibhausgasemissionen seit 1990 deutlich reduzieren konnten, sei der Verkehr nahezu unverändert geblieben und verursache weiterhin rund 22 Prozent der CO₂-Emissionen in Deutschland. Gleichzeitig könnten Unternehmen durch gezieltes Mobilitätsmanagement Kosten senken und ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern.
Vorgestellt wurden zahlreiche konkrete Maßnahmen – darunter Dienstradleasing, bessere Fahrrad-Infrastruktur, sichere Abstellmöglichkeiten, Zuschüsse für den ÖPNV, digitale Parkplatzsysteme sowie Anreize für Fahrgemeinschaften. Auch flexible Arbeitsmodelle und die Anerkennung von Reisezeiten als Arbeitszeit könnten Beschäftigte motivieren, häufiger Bus und Bahn zu nutzen.
Vermeiden, Verlagern und Verbessern
Ein zentrales Prinzip nachhaltiger Mobilität sei der „Dreisatz“ aus Vermeiden, Verlagern und Verbessern: Verkehr möglichst vermeiden, unvermeidbare Wege auf umweltfreundliche Verkehrsmittel verlagern und verbleibende Fahrten effizienter gestalten – etwa durch Elektromobilität.
Zum Abschluss verwies Petersen auf Fördermöglichkeiten des Landes Nordrhein-Westfalen, die Unternehmen bei der Einführung nachhaltiger Mobilitätskonzepte finanziell unterstützen. Der Vortrag zeigte, dass betriebliches Mobilitätsmanagement nicht nur dem Klima dient, sondern auch wirtschaftliche Vorteile und mehr Lebensqualität schaffen kann.

Ökologische und ökonomische Aspekte müssen gemeinsam gedacht werden
Zum Ende der Veranstaltung richtete auch Bürgermeister Andreas Stegemann einige Worte an die Gäste. Dabei betonte er, dass ökologische und ökonomische Aspekte gemeinsam gedacht werden müssten. „Es ist immer schön, wenn man ökologische und ökonomische Aspekte zusammenbringen kann. Dann freue ich mich immer ganz besonders. Am Ende des Tages muss die schwarze Zahl jedoch immer überzeugend sein“, sagte Stegemann.

Nachhaltige Mobilität und wirtschaftliche Vernunft sind kein Widerspruch
Gleichzeitig hob er hervor, dass nachhaltige Mobilität und wirtschaftliche Vernunft kein Widerspruch seien: „Diesen Spagat kann man auch mit wirtschaftlicher Betrachtung hinbekommen.“ Zudem erinnerte er daran, dass die lebenswerte Umgebung in Haltern am See erhalten werden müsse: „Auch ist es so, dass wir hier in Haltern am See selbstverständlich in einer Lage wohnen, worum uns fast alle beneiden – insbesondere in unserer näheren Umgebung. Aber wir müssen natürlich auch darauf achten, dass das so bleibt. Und das ist unsere gemeinsame Aufgabe.“
Im Anschluss an die Veranstaltung waren die Unternehmer zu einem gemeinsamen Austausch bei einem Imbiss auf der „Möwe“ eingeladen.

