Ein Schockanruf in Haltern hätte eine 82-Jährige beinahe mehrere tausend Euro gekostet. Als die Seniorin das Geld am Mittwochnachmittag, 14. Oktober, abheben wollte, wurden Bankmitarbeiter aufmerksam. Sie erkannten den Betrugsversuch und riefen die Polizei.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Recklinghausen kam es zu keiner Geldübergabe. Die Polizei lobt das umsichtige Verhalten der Bankmitarbeiter, die einen erheblichen finanziellen Schaden verhinderten.
Schockanruf in Haltern: Angeblicher Unfall des Sohnes
Am Telefon hatte sich zunächst eine weinende Stimme gemeldet. Die Anruferin gab sich als Schwiegertochter der Seniorin aus. Sie behauptete, deren Sohn habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Kind gestorben sei. Deshalb sitze er in Haft.
Anschließend übernahm eine angebliche Polizistin das Gespräch. Sie erklärte, der Sohn könne gegen die Zahlung einer hohen Geldsumme wieder freikommen.
Die 82-Jährige zweifelte zunächst an der Geschichte. Die Anruferinnen kannten jedoch persönliche Informationen, darunter die Namen ihrer Enkel. Deshalb hielt die Frau die Schilderungen schließlich für glaubwürdig und ging zur Bank.
Bankmitarbeiter fragten gezielt nach
In der Bank fiel auf, dass die Seniorin eine ungewöhnlich hohe Summe abheben wollte. Die Mitarbeiter fragten nach dem Grund. Dabei erkannten sie, dass ein Betrugsversuch vorliegen könnte, und verständigten die Polizei. So gelangte das Geld nicht an die Täter.
So rät die Polizei zum Umgang mit solchen Anrufen
Die Polizei warnt vor dem emotionalen Druck, den Betrüger mit solchen Geschichten erzeugen. Angst, Verzweiflung und Zeitnot sollen die Angerufenen zu einer schnellen Entscheidung drängen. Die Polizei empfiehlt:
- Nicht unter Druck setzen lassen: Treffen Sie keine überstürzte Entscheidung, auch wenn die Anrufer behaupten, es müsse sofort gehandelt werden.
- Auflegen und selbst nachfragen: Rufen Sie den betroffenen Angehörigen unter einer Ihnen bekannten Nummer an. Nutzen Sie weder die Rückruffunktion noch eine Telefonnummer, die der Anrufer nennt.
- Kein Geld und keine Wertsachen übergeben: Die Polizei fordert keine Bargeldzahlungen, um Angehörige aus einer angeblichen Haft freizubekommen.
Ältere Menschen und ihre Angehörigen sollten miteinander über diese Betrugsmaschen sprechen. Wer einen verdächtigen Anruf erhält, sollte im Zweifel bei der Polizei nachfragen.



