StartLokalesNie mehr kalte Kirchenbänke! Pilotprojekt in St. Lambertus in Lippramsdorf

Nie mehr kalte Kirchenbänke! Pilotprojekt in St. Lambertus in Lippramsdorf

Frieren in der Kirche? Nicht in St. Lambertus in Lippramsdorf! Dort sorgt eine clevere Sitzheizung für warme Plätze – und das ganz ohne fossile Brennstoffe. Statt eisiger Kirchenbänke gibt es beheizte Kissen, die auf Knopfdruck Wärme spenden. Das spart nicht nur Kosten, sondern hält auch das Raumklima stabil. Das Pilotprojekt ist so erfolgreich, dass nun auch die Pfarrkirche St. Sixtus nachziehen soll. Einziger Haken: Manche Besucher setzen sich freiwillig weiter nach hinten – weil es ihnen vorne zu warm wird!

Technik im Kirchenraum

Für Laien ist es ziemlich unübersichtlich im Keller der St.-Lambertus-Kirche in Lippramsdorf. Doch Heinrich Hülsken kennt sich aus: „Durch den Kaltluftkanal verlaufen die elektrischen Leitungen zu den Kirchenbänken. Das ist in dieser Kirche optimal“, erklärt der pensionierte Maschinenbau-Ingenieur mit Blick unter die Decke.

Infrarotwärme für die Kirchenbesucher

Der 70-Jährige engagiert sich im Kirchenvorstand der Pfarrei St. Sixtus und hat in den vergangenen zwei Jahren ein Pilotprojekt begleitet. Denn trotz einer konstanten Temperatur von zehn Grad Celsius im Winter müssen Kirchenbesucher nicht frieren. In den ersten acht Bänken rechts und links des Mittelschiffs kommen beheizbare Sitzkissen zum Einsatz.

Einfache Bedienung der Heizung

„Während der Gottesdienste stellen wir die durch Infrarot beheizbaren Sitzkissen an“, erklärt Hülsken. Eine Leitung aus dem Keller versorgt die Bänke, unter denen Trafos für die Energie montiert sind. Die Aktivierung erfolgt per Knopfdruck am Schaltkasten in der Sakristei. Auch die Akteure im Altarraum müssen nicht einfrieren – sie nutzen variable Kissen mit aufladbaren Akkus.

Effiziente und nachhaltige Lösung

„Die Infrarotstrahlung erwärmt nicht die Luft, sondern nur die Menschen. Es herrscht auch immer die gleiche Raumtemperatur“, betont Hülsken. Diese Methode spart nicht nur Heizkosten, sondern ist umweltfreundlicher, da keine fossilen Brennstoffe benötigt würden.

Ausweitung des Projekts geplant

Angesichts der positiven Erfahrungen soll das System nun auch in der Pfarrkirche St. Sixtus in der Innenstadt eingeführt werden. „Das spart nicht nur Kosten, sondern ist nachhaltiger, als die ganze Kirche kurzfristig aufzuheizen“, so Hülsken.

Erfahrungswerte aus St. Lambertus

Dennoch gibt es Anpassungen: Die Rückenpolster sind überflüssig, da Besucher meist Jacken tragen. Zudem empfänden sich manche Kissen als zu warm und wichen auf hinteren Bänken aus.

Keine negativen Auswirkungen auf das Raumklima

Auch das Raumklima sei stabil geblieben. „Wir halten eine optimale relative Luftfeuchtigkeit, die wichtig für die Orgel und gegen Schimmel ist“, erklärt Hülsken. Das bestätigen Messdaten aus dem „Klimamonitoring“ des Bistums Münster.

Herausforderung bei der Umsetzung in St. Sixtus

Die Versorgung der Sitzkissen mit Strom könnte in St. Sixtus komplizierter werden. „In St. Lambertus konnten wir die Kabel aus dem Keller zu den Bänken führen. „In St. Sixtus müssen wir über das Gewölbe gehen“, erklärt Hülsken. Dennoch sieht er großes Potenzial für die Übertragung des Systems auf weitere Kirchen.

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