Wie groß kann ein Garten in einem Wohnhaus schon sein? So groß, dass die Mitbewohner es nicht schaffen, den Park fertigzustellen. Das LWL Wohnhaus im Werth 65 sucht nach engagierten Gartenfreunden, die mit Ihnen zusammen die Anlage auf Vordermann bringen. Denn in ihrem kleinen Paradies steckt jede Menge Potenzial.
Heute besuche ich die große Gartenanlage des LWL-Wohnhauses. Links neben der großen Eingangstür sehe ich schon die ersten Sträucher und Pflanzen, die sich durch den ganzen Garten ziehen. Auf dem Weg durch den Garten laufe ich über den charmanten „Jacobsweg“, der mit dem Pfad in Spanien aber wenig Gemeinsamkeiten hat. Ein Bewohner namens Jacob hat den Weg 2020 ins Leben gerufen, seitdem dient er als Tor zum Wohnhaus-Park.
Im Grünen angekommen begrüßt mich Arbeitstherapeut Pape Bernd, der die Anlage seit vielen Jahren mit den Bewohnern zusammen pflegt. Pape erzählt mir begeistert von den vielen Gemüse- und Pflanzensorten, die sie hier anbauen. In der sogenannten „Ess-Bar“ werden unter anderem Mangold, Minze, Tomaten, Chilis und Erdbeeren angepflanzt. „Die Erdbeeren pflanzen wir immer etwas zeitversetzt an. Dann hat man ab und zu schon mal etwas zum naschen“, verrät mir den Gartenexperte.

Ein Wohlfühlort mit vielen Lücken
Das einzige, was im Garten noch mehr blüht als die bunten Gräser, sind die lebhaften Ideen, um die Anlage zu verschönern. Pape sieht vor seinem inneren Auge eine lebhafte Oase, in der Menschen in den Austausch treten können: „Ich träume davon, hier ein Gartencafé zu errichten. Die Bewohners des Hauses können dann bei Sonne sich hier hinsetzten, entspannen und mit anderen ins Gespräch kommen. Dazu könnte man dann frische Waffeln und Kaffee servieren. Ein eigener kleiner Wohlfühlort, direkt vor der eigenen Haustür.“
„Außerdem haben wir letztens Teile von einer Minigolfanlage in die Hände bekommen. Wir müssen noch schauen, wo wir eine solche Anlage hinbauen würden. Aber es wäre schon cool, zusammen mal eine Runde Minigolf zu spielen. Wir haben ganz viele solcher kleinen Ideen.“

Stand jetzt bleibt der Wohnhauspark jedoch unvollendet. Die meisten Mitbewohner können aufgrund von Krankheiten und mentalen Problemen nicht regelmäßig mithelfen. Eine riesige Stütze und engagierter Gartenhelfer ist Mitbewohner Hannes Daumann. Für den ehemaligen Heizungsbauer ist der Garten nicht nur ein Zeitvertreib, sondern Erholung für den ganzen Körper: „Schon als Kind faszinieren mich Gärten. Ich habe damals immer im Gemüsegarten meiner Eltern mitgeholfen. So haben wir uns Selbstversorgt. Wir pflanzten zum Beispiel Rotkohl, Blumenkohl und Kartoffeln an.“
Suche nach engagierten Gartenfreunden
Das Tagesgeschäft erledigt sich gut. Die Pflanzen kriegen täglich ihr Wasser und das wuchernde Unkraut wird weggeschnitten. Für die großen Projekte fehlt jedoch die Unterstützung. Deshalb sucht das Wohnhaus nach engagierten Helfern, die gemeinsam mit den Bewohnern den Garten auf Vordermann bringen. Und man muss gar keinen besonders grünen Daumen haben, um sich einzubringen! Aufgaben wie Rasenmähen und Einpflanzen können von jedem gemacht werden.
Und was ist das Beste an der Arbeit im Grünen? „Das ist Arbeit, bei der man das Ergebnis nicht nur sehen, sondern auch anfassen kann. Wenn man etwas einpflanzt und sieht, wie es dann wächst und aufgeht, weiß man, dass man etwas geschafft hat“, erklärt mir Hannes Daumann begeistert.
Wer sich für Gartenarbeit interessiert und sich auch etwas dazuverdienen möchtest, schreibt gerne eine E-Mail an: Bernd.pape2@lwl.org











Dieser Beitrag erschien zuerst am 13.05.2026 auf Dorsten Online. Autor: Christian Haug.

