Christliches Yoga verbindet für Maria Schotte aus Haltern Bewegung, Gebet und Bibeltexte. Die 65-Jährige bietet Kurse beim Kreisbildungswerk Coesfeld an und möchte Menschen den Glauben auch über den eigenen Körper erfahrbar machen.
Ein Schnuppertag in Recklinghausen brachte sie auf diesen Weg. „Der Funke ist sofort übergesprungen“, erinnert sich Schotte. Besonders überzeugte sie die Verbindung von Bewegung und Glauben: „Ich tue etwas für meinen Körper und gleichzeitig für meine Gottesbeziehung“, erklärt sie.
Christliches Yoga verbindet Übungen und Bibeltexte
Am Sela-Institut bei Pia Wick absolvierte Schotte eine zweijährige Ausbildung mit Abschlussprüfung. „Es stößt einen Prozess an. Man schaut auf das eigene Leben und auf die eigene Gottesbeziehung“, sagt sie rückblickend. Die Ausbildung sei herausfordernd gewesen, auch wegen ihrer eigenen hohen Ansprüche.
Grundlage ist das Hatha-Yoga. Schotte verbindet die Übungen mit Bibeltexten, Meditation und Gebet. Impulse für die Textauswahl findet sie in Predigten, Büchern oder eigenen Erfahrungen. Danach sucht sie Bewegungen, durch die der Text auch körperlich erfahrbar wird.
Als Beispiel nennt sie den Vers „Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht“ aus dem Matthäusevangelium. „Ein Joch liegt auf Nacken und Schultern. Deshalb kann man diesen Text auch körperlich erleben und einen Bezug zur heutigen Zeit aufbauen. Viele Menschen spüren Belastungen im Schulter-Nackenbereich, ob seelisch oder körperlich“, erklärt Maria Schotte.
Nach dem Lesen und einem Impuls lädt sie die Teilnehmer zum Nachdenken ein. Das Joch stehe für sie auch für das Vertrauen, dass Gott die Lasten des Lebens mittrage. „Das Spüren, dass Gott da ist, gelingt oft erst, wenn man still wird“, sagt sie. Stille und hörendes Gebet gehören deshalb zu jeder Stunde.

Atem und Stille führen in die Gegenwart
Alle Übungen werden bewusst mit der Atmung verbunden. „Durch den Atem kommen wir in die Gegenwart. Gott ist schon da. Wir haben immer die Einladung, zu ihm zu kommen.“
Auch für die Wirbelsäule verwendet Schotte ein eigenes Bild: Sie nennt sie „Würdesäule“. „Wir dürfen uns aufrichten, weil wir von Gott geliebt sind.“ Die Yoga-Techniken sollen Menschen helfen, Stille und Gebet bewusster zu leben.
Von der Bank ins Pfarrbüro
Schotte arbeitete 33 Jahre als Bankkauffrau. Die letzten achteinhalb Jahre ihres Berufslebens war sie Pfarrsekretärin in der Dülmener Pfarrei Heilig Kreuz. „Das waren die besten Jahre meines Berufslebens“, sagt sie.
In ihrer Heimatstadt Haltern engagierte sie sich viele Jahre ehrenamtlich in der Pfarrei St. Sixtus. Hinzu kamen Weiterbildungen, unter anderem in Bibliodrama und christlich-initiatischer Wegbegleitung.
Kurse im Meditationsraum in Dülmen
Heute bietet Schotte christliches Yoga über das Kreisbildungswerk Coesfeld an. Besonders gern arbeitet sie im Meditationsraum der Heilig-Kreuz-Kirche in Dülmen. Dort leitete sie schon während ihrer Ausbildung eine Gruppe. Für sie ist es „ein durchbeteter Raum“.
Die Vorbereitung einer Stunde sei intensiv, bereite ihr aber große Freude. „Ich beschäftige mich dabei immer wieder mit der Basis unseres Glaubens: mit der Bibel.“ Gemeinsam mit dem Bildungswerk entwickelt sie neue Formate, darunter Schnuppertage, Yoga mit Pilgern und Angebote auf einer Insel. Auch mit Schülern der Marienschule Dülmen hat sie bereits gearbeitet.
Behutsam mit dem eigenen Körper umgehen
Wichtig bleibt ihr der achtsame Umgang mit sich selbst. „Unser Körper ist uns geschenkt. Deshalb müssen wir behutsam mit ihm umgehen“, betont Schotte. Ihren Ansatz fasst sie so zusammen: „In Bewegung zu bleiben ist wichtig – körperlich, geistig und seelisch.“
Für 2027 sind weitere Termine über das Kreisbildungswerk vorgesehen. Informationen zu den Angeboten stehen auf der Website des KBW Coesfeld.



