Die Grünen im Kreis Recklinghausen und der Ortsverband Haltern kritisieren die geplanten Baumfällungen an der Thiestraße in Sythen. Sie fordern, alternative Varianten für den Ausbau der Kreisstraße 16 ernsthaft zu prüfen.
Hintergrund ist die geplante Erneuerung des Straßenquerschnitts der Thiestraße zwischen dem Kreisverkehr und dem Bahnweg. Nach Angaben der Grünen sieht die Planung im Zuge des Vollausbaus der Fahrbahn Eingriffe in die Wurzelbereiche vor. Deshalb solle der komplette Baumbestand entlang des betroffenen Abschnitts gefällt werden.
Baumbestand an der Thiestraße im Fokus
Die Kreistagsfraktion und der Halterner Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen lehnen diese Fällungen ab. Die großkronigen Bäume entlang der Thiestraße seien ökologisch wertvoll, prägten das Ortsbild und seien wichtig für das Mikroklima.
„Es kann nicht sein, dass ein kompletter Baumbestand geopfert wird, nur weil man sich für die technisch bequemste Lösung entscheidet. Klimaschutz beginnt vor Ort – und dazu gehört auch der Erhalt gewachsener Naturstrukturen“, erklärt Timo Eismann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag Recklinghausen.
Die Grünen fordern eine Prüfung alternativer Planungsvarianten, die den Erhalt der Bäume ermöglichen. Zudem sprechen sie sich für baumschonende Bauweisen aus.
Verkehrssicherheit und Klimaschutz verbinden
Die geplante Neuaufteilung der Verkehrsflächen mit beidseitigen Gehwegen und Schutzstreifen für den Radverkehr bewerten die Grünen grundsätzlich positiv. Aus ihrer Sicht dürfe moderne Verkehrssicherheit aber nicht automatisch zulasten wertvollen Stadtgrüns gehen.
„Wir wollen sichere Wege für alle – aber nicht um den Preis eines Kahlschlags. Eine zukunftsfähige Planung muss Mobilität und Naturschutz gemeinsam denken“, sagt Kai Goede, Co-Sprecher der Grünen in Haltern am See und Sythener Bürger.
Zum Thema Baumfällungen an Kreisstraßen hatte Haltern-Online bereits im Februar berichtet: Baumfällungen an Kreisstraßen.
Ausschuss beschließt Planung mehrheitlich
In der Sitzung des Kreistagsausschusses für Landwirtschaft, Bauen und Mobilität beantragte die Grüne Fraktion nach eigenen Angaben, die Entscheidung zu vertagen. Zunächst sollten demnach Alternativvorschläge des beauftragten Gutachterbüros ausgewertet werden.
Eine Einsicht in die entsprechenden Unterlagen sei erst nach der Sitzung zugesagt worden und stehe noch aus. Der Vertagungsantrag wurde nach Angaben der Grünen unter anderem mit den Stimmen von CDU und SPD abgelehnt. Anschließend beschloss der Ausschuss die vorgestellte Planung einschließlich der Fällung des Baumbestands mehrheitlich gegen die Stimmen von Bündnis 90/Die Grünen.

