Wenn sich am 1. Mai wieder bunt geschmückte Wagen rund um den See bewegen, steckt hinter jedem einzelnen viel mehr als nur gute Laune: Planung, Teamarbeit – und nicht selten eine ordentliche Portion handwerkliches Geschick.
Das zeigen auch die beiden Halterner Leon Lawniczek und Jannis Vogel, die in diesem Jahr gemeinsam mit Freunden ihren eigenen Maiwagen auf die Beine gestellt haben.
Mit 3D-Planung und Konzept
„Die Planung hat schon im Dezember begonnen“, erzählt Jannis Vogel. Richtig los ging es dann im Januar. Von da an wurde nicht nur geschraubt und gesägt, sondern zunächst am Computer entworfen: Ein Freund aus der Gruppe modellierte den Wagen in einem 3D-Programm, um Maße und Aufbau vorab zu visualisieren. „So konnten wir im Vorfeld genau sehen, wie der fertige Wagen aussehen wird“, erklärt Vogel.
Aus der digitalen Idee wurde Schritt für Schritt Realität. Zuerst entstand das Grundgestell, dann folgten Aufbau, Holzelemente und schließlich das Dach. Auch die Technik kam nicht zu kurz: Beleuchtung, Soundanlage und sogar eine integrierte Bier-Zapfanlage gehören zur Ausstattung. „Licht, Sound und kühles Bier – das ist der Plan“, schwärmt Leon Lawniczek mit einem Grinsen.

Bierkühlung mit Eis
Die Getränkeversorgung ist dabei durchaus durchdacht: Das Bier wird über eine Leitung bis zum Zapfhahn geführt, gekühlt wird klassisch mit Eis. Für den nötigen Strom sorgt kein Generator, sondern ein leistungsstarkes Akkupack mit 230 Volt. „So viel Strom brauchen wir gar nicht. Wir kommen für den Maigang mit Akkus aus und können so auf Strom-Aggregatoren verzichten“, so Lawniczek.
Hinter dem Projekt stehen Freunde, die sich größtenteils über die Freiwillige Feuerwehr in Haltern kennen. Viele sind im gleichen Alter, irgendwo zwischen 20 und 40 Jahren jung. Und entgegen mancher Klischees: „Wir sind keine Männer-Domäne. Natürlich machen bei unserem Maigang auch viele Frauen mit“, betonen die beiden.
80 Stunden harte Arbeit
Rund 80 Arbeitsstunden stecken insgesamt im Wagenbau – verteilt auf viele Abende und Wochenenden. „Mal waren es mehr Leute, mal weniger. Jeder hat so geholfen, wie er konnte“, berichten sie. Auch finanziell ist das Projekt eine Gemeinschaftsleistung: Etwa 1.200 Euro haben die Freunde bislang investiert, alles aus eigener Tasche. Über eine App behalten sie dabei den Überblick über Ausgaben und Ausgleichszahlungen.

Jungfernfahrt am 1. Mai um den See
Am 1. Mai soll sich die Arbeit auszahlen: Geplant ist ein gemeinsamer Start am Westuferpark, von dort aus geht es einmal rund um den See – möglichst im Uhrzeigersinn – und zurück zum Ausgangspunkt. „Gemütlich treffen, dann losziehen und am Ende im Park feiern – bis zum Ende“, berichten die beiden mit einer sichtlichen Vorfreude.
Und was passiert nach dem Maiumzug mit dem Wagen? Stillstehen soll er jedenfalls nicht. Als Party-Vehikel hat der Wagen schon eine gewisse Begierde im Bekanntenkreis geweckt: „Freunde haben schon gefragt, ob man den ausleihen kann. Wir haben schon weitere Termine für den Wagen nach der 1. Mai-Jungfernfahrt“, erzählt Lawniczek.
Spaß steht im Vordergrund
Eines darf dabei natürlich nicht fehlen: „Wir haben auch eine richtig gute Hupe eingebaut“, verrät Vogel. Ein Detail, das zeigt, dass neben aller Planung vor allem der Spaß im Vordergrund steht – genau das, was den 1. Mai in Haltern am See ausmacht.

