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Maiempfang im Alten Rathaus

Veranstaltung stand unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite!“

Am gestrigen Abend haben die Stadt Haltern am See und die Gewerkschaft IGBCE zum traditionellen Maiempfang in das Alte Rathaus eingeladen. Bürgermeister Andreas Stegemann eröffnete die Veranstaltung, bevor zwei Gewerkschaftsvertreter ihre Reden vortrugen.

Bürgermeister Andreas Stegemann beim Maiempfang im Alten Rathaus Haltern am See
Bürgermeister Andreas Stegemann beim Maiempfang im Alten Rathaus Haltern am See / Foto: Frank Schürmann

Andreas Stegemann hat die Bedeutung des Tags der Arbeit hervorgehoben und dabei den Blick sowohl auf die lokale Situation als auch auf globale Krisen gelenkt. Er dankte den Gästen für ihr Kommen sowie den Organisatoren und der Gewerkschaft für die gute Zusammenarbeit.

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Traditioneller 1. Mai-Event in der Seestadt

Mit Blick auf den 1. Mai in Haltern sprach er von einem besonderen Event in der Seestadt, wenn zahlreiche junge Menschen zum traditionellen Maigang Haltern besuchen, um zu feiern. Dabei würdigte er besonders die Arbeit von Feuerwehr, Rettungsdienst, Ordnungsamt, Bauhof und Jugendamt, die für Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Wirtschaftlicher Unsicherheiten und globale Konflikte

Gleichzeitig erinnerte Stegemann daran, dass der Tag der Arbeit historisch weit mehr sei als ein geselliges Fest. Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten, insbesondere der Entwicklungen im Chemiepark Marl mit vielen Beschäftigten aus Haltern, zeigte er sich besorgt um Arbeitsplätze und die Zukunft vieler Familien. Globale Konflikte wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie die angespannte Lage im Nahen Osten wirkten sich auch unmittelbar auf die Menschen vor Ort aus – etwa durch steigende Energie- und Lebenshaltungskosten.

Stegemann appellierte deshalb an politische Vernunft, Dialogbereitschaft und die Stärkung demokratischer Kräfte. Demokratie dürfe nicht durch populistische Strömungen ausgehöhlt werden. Sein Wunsch sei, künftig wieder über wirtschaftliche Erholung, sichere Arbeitsplätze und gute Tarifabschlüsse sprechen zu können – denn wenn es der Wirtschaft gut gehe, gehe es auch den Menschen gut.

Arbeitsplätze im Fokus

Der IGBCE-Gewerkschaftssekretär Cihat Koymali hat vor wachsender Unsicherheit in der Industrie gewarnt. Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann unsere Profite“ kritisierte er die anhaltende wirtschaftliche Schwäche in Deutschland und den zunehmenden Druck auf die chemische Industrie.

IGBCE-Gewerkschaftssekretär Cihat Koymali
IGBCE-Gewerkschaftssekretär Cihat Koymali warnte vor wachsender Unsicherheit in der Industrie. / Foto: Frank Schürmann

Besonders im Ruhrgebiet seien die Folgen spürbar: Werksschließungen, Investitionsverlagerungen und Stellenabbau belasteten die Beschäftigten. Allein im Bezirk Recklinghausen seien zuletzt über tausend Arbeitsplätze weggefallen. Zwar geschehe dies oft „sozialverträglich“, doch für viele Betroffene – etwa Auszubildende ohne Perspektive – sei die Lage dennoch prekär.

Koymali verwies auf steigende Energiepreise und internationale Konkurrenz als Ursachen, kritisierte jedoch zugleich politische Aussagen, die Beschäftigten mangelnden Einsatz vorwerfen. Dies verstärke die Verunsicherung zusätzlich.

IGBCE-Gewerkschaftssekretär Cihat Koymali
IGBCE-Gewerkschaftssekretär Cihat Koymali / Foto: Frank Schürmann

Der 1. Mai bleibe daher ein wichtiger Tag, um Arbeitnehmerrechte zu verteidigen. Beschäftigte seien „die Stützpfeiler der Nation“ und müssten auch künftig auf gute Arbeitsbedingungen vertrauen können.

Aufruf zu Engagement und Zusammenhalt

Als Schlussredner sprach Patrick Lojack, Mitglied der IGBCE-Ortsgruppe Haltern und Betriebsrat bei Evonik, und hat zu mehr gesellschaftlichem Engagement aufgerufen. Der 1. Mai sei nicht nur Tradition, sondern ein zentraler Tag, um für gute Arbeitsbedingungen, den Industriestandort Deutschland und demokratische Werte einzutreten.

Patrick Lojack, Mitglied der IGBCE-Ortsgruppe Haltern und Betriebsrat bei Evonik
Patrick Lojack, Mitglied der IGBCE-Ortsgruppe Haltern und Betriebsrat bei Evonik / Foto: Frank Schürmann

Lojack zeigte sich erfreut über die hohe Beteiligung und appellierte an die Anwesenden, ihre Stimme aktiv zu nutzen – sowohl auf der Straße als auch an der Wahlurne. Angesichts aktueller politischer Entwicklungen warnte er vor einem schleichenden Abbau demokratischer Strukturen und betonte die Bedeutung von Solidarität und Zusammenhalt.

Als Beispiel für gelebtes Engagement verwies er auf Aktionen der Ortsgruppe, etwa im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus. Seine klare Botschaft: Nur durch gemeinsames Handeln könne man für Arbeitnehmerrechte einstehen und extremistischen Ideologien entschieden entgegentreten.

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