Haltern am See war Gastgeber der 6. Vestischen Klimakonferenz. In der Seestadthalle tauschten sich Vertreter aus Kommunen, Wissenschaft und regionaler Wirtschaft über Energieversorgung, Klimaanpassung und kommunale Wärmeplanung aus. Eine Exkursion führte zu örtlichen Solarprojekten.
Der Kreis Recklinghausen organisierte die Konferenz gemeinsam mit der Stadt Haltern am See. Neben Vertretern aus Politik, Stadtwerken und Unternehmen nahmen interessierte Bürger teil. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Projekte zur Energiewende unter den bestehenden Rahmenbedingungen umsetzen lassen.

Solarstrom auf dem Wasser und am Stadtbad
Erstmals ergänzte eine Busrundfahrt das Konferenzprogramm. Die Teilnehmer besichtigten unter anderem die schwimmende Photovoltaikanlage der Quarzwerke. Nach Angaben des Kreises werde der dort erzeugte Strom vollständig für den Energiebedarf am Standort genutzt.
Eine weitere Station war die Photovoltaikanlage über den Parkplätzen am Aquarell Stadtbad. Dort stellten die Stadtwerke Haltern am See ihren Ansatz zur Stromerzeugung auf bereits genutzten Flächen vor.

Klimpel betont die Rolle der Kommunen
Landrat Bodo Klimpel und Bürgermeister Andreas Stegemann begrüßten die Teilnehmer. Klimpel erklärte: „Die Energiewende findet nicht irgendwo statt, sondern ganz konkret vor Ort.“
Kommunen müssten strategische Entscheidungen treffen, obwohl viele Rahmenbedingungen außerhalb ihres direkten Einflussbereichs lägen. Deshalb sei es wichtig, Wissenschaft, kommunale Praxis und Wirtschaft zusammenzubringen. Die Konferenz biete dafür einen Austausch und zeige anhand regionaler Projekte Möglichkeiten der Umsetzung.
Dr. Hans-Jochen Luhmann vom Wuppertal Institut eröffnete das Fachprogramm mit dem Vortrag „Weg von den Molekülen, hin zu den Elektronen“. Er erläuterte strukturelle Herausforderungen der Energiewende und Handlungsmöglichkeiten der Kommunen. Dr. Roland Kube vom nordrhein-westfälischen Wirtschafts- und Klimaschutzministerium informierte über Entwicklungen und Rahmenbedingungen beim Ausbau erneuerbarer Energien.
Fachforen zu Energie und Klimaanpassung
Zwei Fachforen behandelten die Erzeugung, den Transport und die Speicherung erneuerbarer Energien sowie die Klimaanpassung von Unternehmen. Dabei ging es um die Frage, wie Betriebe ihre Betroffenheit durch Hitze, Starkregen und Unwetter einschätzen und passende Maßnahmen entwickeln können.
Christian Kühl von der Trianel GmbH stellte das Großbatteriespeicherprojekt in Waltrop vor. An diesem Beispiel erläuterte er die Rolle flexibler Speicher bei der Einbindung erneuerbarer Energien in die Stromversorgung.
Haltern stellt Ergebnisse der Wärmeplanung vor
Als Partnerkommune setzte Haltern am See einen Schwerpunkt auf die kommunale Wärmeplanung. Die Stadt präsentierte zentrale Ergebnisse für das Stadtgebiet.
Thomas Orban vom Öko-Zentrum NRW erläuterte die Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten von Wärmepumpen. Außerdem informierte er über Fördermöglichkeiten.



